
Die Gnade des „Wir“
16.09.2026
In der Piaristenbasilika Maria Treu in Wien gastieren am 16. Oktober sechs international gefeierte Virtuos:innen: Julian Rachlin, Dalibor Karvay, Sarah McElravy, Michael Vogt, Christoph Wimmer-Schenkel und Maximilian Kromer. Gespielt werden Franz Schuberts Forellenquintett und Johannes Brahms Klavierquintett, u.a. auf drei einzigartigen Originalinstrumenten – der Violine „ex Liebig“ von Antonio Stradivari von 1705, der Viola von Lorenzo Storioni von 1785-1790 und dem Violoncello von Giovanni Grancino Milano von 1705-1708. Sie werden von der Dkfm. Angelika Prokopp Privatstiftung zur Verfügung gestellt, die anlässlich des 20. Todestags der Stifterin dieses hochkarätige Konzert zugunsten der Restaurierung der Buckow-Orgel ermöglicht.
Das 10. Piaristenkonzert am 16.10.2026 trumpft mit einem wahren Starreigen auf. Weltstar Julian Rachlin, der schon vor drei Jahren ein großartiges Konzert in der Piaristenkirche gegeben hat, spielt diesmal im Klavierquintett. Auf dem Programm stehen das Klavierquintett in f-Moll Op. 34 für zwei Violinen, Viola, Violoncello und Klavier von Johannes Brahms und das Klavierquintett in A-Dur, D. 667, für Violine, Viola, Violoncello, Kontrabass und Klavier von Franz Schubert, das berühmte „Forellenquintett“.
Beginn des Konzerts am Freitag 16.10. ist um 19:30 Uhr, Abendkassa und Einlass ab 18:30 Uhr. Freie Sitzplatzwahl, begrenztes Kartenkontingent. Die Nutzung des Vorverkaufs wird empfohlen: Tickets zu € 36.-bzw. 26.- gibt es auf https://kupfticket.com/shops/piaristenkonzerte, im Bezirksmuseum Josefstadt oder über georg.wolf@piaristen.at.
Julian Rachlin, Violine
Seit seinem Debüt mit den Wiener Philharmonikern und Riccardo Muti im Alter von nur 14 Jahren (als jüngster Solist, der jemals mit diesem Orchester auftrat) begeistert er weltweit das Publikum als technisch brillanter und ausdrucksstarker Violinist. Er studierte Violine bei Boris Kuschnir und Pinchas Zukerman sowie Dirigieren bei Mariss Jansons, Sophie Rachlin und Daniele Gatti. Als Violinist und Bratschist konzertiert er mit internationalen Orchestern wie dem Royal Concertgebouw und dem Chicago Symphony Orchestra, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und dem Hong Kong Philharmonic Orchestra und arbeitete dabei mit Dirigenten wie Lorin Maazel, Zubin Mehta, Klaus Mäkelä, Gianandrea Noseda oder Santtu-Matias Rouvali zusammen. In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich Rachlin auch am Dirigentenpult etabliert: beim BBC Philharmonic Orchestra, dem Chamber Orchestra of Europe, dem Chicago Symphony Orchestra, der Filarmonica della Scala, dem Israel Philharmonic Orchestra, dem Konzerthausorchester Berlin, der Oslo Philharmonic, dem Royal Philharmonic Orchestra und den Wiener Symphonikern.
Seit 2021 ist Rachlin künstlerischer Leiter des Herbstgold Festivals im Schloss Esterházy in Eisenstadt. Im Laufe seiner Karriere hat er interdisziplinär mit Persönlichkeiten wie Martha Argerich, Janine Jansen, Evgeny Kissin, Mischa Maisky, John Malkovich, Sir Roger Moore, Gérard Depardieu und Udo Jürgens zusammengearbeitet. Komponisten wie Lera Auerbach, Giya Kancheli, Krzysztof Penderecki und Vangelis haben ihm Weltpremieren anvertraut.
Julian Rachlin spielt auf einer Stradivari Violine „ex-Liebig“ aus dem Jahr 1704 aus der Sammlung der Dkfm. Angelika Prokopp Privatstiftung.
Dalibor Karvay, Violine
Karvay studierte bei Boris Kuschnir in Wien und ist heute Professor für Violine an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Bereits in jungen Jahren wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, und er spielte als Achtzehnjähriger mit dem legendären Cellisten Mstislaw Rostropowitsch vor Prinz Charles auf Schloss Windsor. Als Solist konzertierte Karvay mit renommierten Orchestern wie den Wiener Symphonikern, dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, der Tschechischen Philharmonie und dem English Chamber Orchestra. Von 2020 bis 2025 war er Erster Konzertmeister der Wiener Symphoniker. In der Saison 2026/27 ist er Artist-in-Residence bei der Arthur Rubinstein Philharmonie in Łódź. Dalibor Karvay spielt eine Antonio-Stradivari-Violine, Cremona 1694, „ex Benecke“, die ihm von der Österreichischen Nationalbank als Leihgabe zur Verfügung gestellt wird.
Sarah McElravy, Viola
Die kanadische Bratschistin und Violinistin Sarah McElravy spielte in den vergangenen Jahren als Solokünstlerin mit renommierten Orchestern in Europa, Asien und Nordamerika. Zu den jüngsten Höhepunkten zählt die Weltpremiere von Transcendent Love Concerto No 2 for Viola and Orchestra, einem eigens für sie komponierten Bratschenkonzert von Benjamin Yusupov. In dieser Saison beginnt zudem ein neues Aufnahmeprojekt mit dem Bratschenkonzert des armenischen Komponisten Tigran Mansurian, gemeinsam mit dem Armenian State Symphony Orchestra unter der Leitung von Sergey Smbatyan. Als Kammermusikerin war sie von 2009 bis 2015 Gründungsmitglied des Linden String Quartet. Mit diesem Ensemble tourte sie durch Nordamerika und gewann Spitzenpreise bei mehreren renommierten Wettbewerben. In dieser Saison debütiert sie beim Stavanger Festival (Norwegen) sowie beim Brugg Festival (Schweiz) und kehrt zum Herbstgold Festival (Österreich) zurück. Zudem setzt sie die internationale Tournee mit Bachs Goldberg-Variationen in einer Fassung für Streichtrio fort, gemeinsam mit dem Geiger Julian Rachlin und dem Cellisten Boris Andrianov. 2014 gründete sie die Chamber Music Society México, die internationale Spitzenkünstler nach Mexiko brachte sowie junge einheimische Musiker:innen förderte.
Sie spielt bei diesem Konzert eine Viola von Lorenzo Storioni (1785), die ihr ebenso wie eine Violine von Ferdinando Gagliano (1791) von der Dkfm. Angelika Prokopp Privatstiftung zur Verfügung gestellt wird.
Michael Vogt, Violoncello
Michael Vogt wurde 1970 in Graz geboren und studierte an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz Cello bei Hildgund Posch. Weiterführende Studien absolvierte er von 1990 bis 1993 am Conservatoire national supérieure de musique et de danse de Paris bei Prof. Muller. Dort erhielt er erste Preise in Wettbewerben für Kammermusik und Cello-Konzertfach. Nach Studien bei Mitgliedern des Alban Berg Quartetts entwickelte er eine rege Tätigkeit als Kammermusiker und Solist im In- und Ausland. Seit 1994 ist Vogt Mitglied der Cellogruppe der Wiener Symphoniker, seit 2012 deren 1. Solocellist.
Michael Vogt musiziert auf dem Cello „Giovanni Grancino, Milano 1705“, das den Wiener Symphonikern von der Dkfm. Angelika Prokopp Privatstiftung zur Verfügung gestellt wird.
Christoph Wimmer-Schenkel, Kontrabass
Der 1983 in Steyr geborene Christoph Wimmer-Schenkel begann seine musikalische Ausbildung an der Klarinette, wechselte jedoch früh zum Kontrabass und absolvierte sein Masterstudium bei Anton Schachenhofer an der Anton Bruckner Privatuniversität Linz. Nach einem ersten Vertrag bei den Wiener Symphonikern (2002) wechselte er 2003 in das Orchester der Wiener Staatsoper, wo er seit 2006 als Solokontrabassist wirkt und zudem Mitglied der Wiener Philharmoniker ist. Ein besonderes Anliegen ist ihm die Musikvermittlung: 2015 initiierte er den österreichweiten Jugendwettbewerb „BePhilharmonic – Strauß Music Contest“. Seit 2022 ist Wimmer-Schenkel Professor für Kontrabass an der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Er widmet sich den besonderen Wiener Traditionen des Kontrabassspiels und der Klangkultur – in seiner Arbeit mit der Orchesterakademie und der Sommerakademie der Wiener Philharmoniker, in Meisterkursen zur Probespielvorbereitung, als Tutor für Jugendorchester sowie in Seminaren für Kontrabass-Pädagog:innen.
Maximilian Kromer, Klavier
Die musikalische Ausbildung des vielseitigen Pianisten wurde früh von Susanna Spaemann geprägt. Es folgten Studien bei Noel Flores sowie an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien bei Martin Hughes und Anna Malikova. Entscheidende künstlerische Impulse erhält er zudem durch die enge Zusammenarbeit mit seinem Mentor Alexei Kornienko. Als Solist, Kammermusiker und Liedbegleiter ist Maximilian Kromer regelmäßig bei internationalen Festivals und in bedeutenden Konzerthäusern zu erleben: u.a. im Musikverein Wien und im Konzerthaus Wien, beim Rheingau Musik Festival, in der Tonhalle Maag in Zürich, am Festival de Pâques in Aix-en-Provence, am Enescu Festival in Bukarest sowie bei der Mozartwoche in Salzburg. Dabei arbeitet er regelmäßig mit Künstlern wie Rolando Villazón, Daniel Müller-Schott, Timothy Ridout, Emmanuel Tjeknavorian, Julian Rachlin, Julia Hagen und Michael Schade zusammen. Mit dem Gewinn des Internationalen Schubert-Wettbewerbs Dortmund im Jahr 2025 gelang ihm ein wichtiger künstlerischer Durchbruch. Neben einer Tournee mit einem Schubert-Liszt-Rezitalprogramm und solistischen Orchesterprojekten zählen Kammerkonzerte mit dem Cellisten Ettore Pagano in Italien zu seinen aktuellen Projekten. Ein weiterer Höhepunkt ist sein Solorezital bei der Mozartwoche Salzburg 2027. Zudem wird er im Rahmen des Herbstgold-Festivals gemeinsam mit Mitgliedern des Chamber Orchestra of Europe Kammermusik gestalten.
Fotos unten: Julian Rachlin und Sarah McElravy (mit Boris Adrianov) beim Konzert 2023 in der Piaristenkirche. (c) Andreas Theiner.
Fotoleiste oben: © Barbara Wirl (Wimmer-Schenkel), Lukas Beck (Karvay, Kromer), Julia Wesely (McElravy, Vogt), Marco Borggreve (Rachlin).




